Natürliches Gehege für Drinnen, machbar?

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LeihaSky
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Natürliches Gehege für Drinnen, machbar?

Beitrag von LeihaSky » 10. Jan 2020, 13:32

Hallo,

da ich schon eine ganze Weile heimlich mitlese und mir sowohl hier, als auch auf anderen Seiten Infos zusammen gesammelt habe, gibt es ein Thema mit dem ich mich schon eine Weile beschäftige und wo ich mir hier bei euch erhoffe, noch weitere Infos oder Ideen zu bekommen. Oder aber ihr sagt, es wäre totaler Unsinn, ich bin da für jedes Kommentar offen :lol:

Also kurz Vorweg, die Jungs sind jetzt ca. 1 Monat bei mir, ich hab sie damals mit ihrem Gehege zusammen übernommen. Das Gehege ist auch so ein selbstgebautes aus Holz. Inklusive ihres zu Hause, hat das Mädel mir auch alles andere mitgegeben, Futter, Heu, Badesand, Einrichtung.
Ich hab mich davor schon eine ganze Weile über Degus Informiert und hatte auch da schon den Gedanken mir selbst ein Gehege zu bauen, der Vorteil darin ist, dass man auch mal eben erweitern, umbauen und ersetzen kann. Mir persönlich gefallen auch die Vollieren nicht sonderlich, die waren mir bisher alle zu klein und von Glas bin ich jetzt auch nicht so angetan.
Da sich das damals so ergeben hat, die Degus inklusive ihres zu Hause zu mir zu holen, wollte ich den 3en erst mal die Zeit geben, sich hier einzugewöhnen und selbstverständlich auch, sich an mich zu gewöhnen. Das Gehege hat zwar die erforderlichen Mindestmasse für die 3, aber mir sagt es nicht so zu, zudem hätte ich für ein größeres Gehege den Platz und je mehr Fläche desto besser. Was ich vorab schon geändert habe, war das Futter, die Vorbesitzerin hatte so ein komisches Fertigfutter aus Edeka (ich war damals bei den Nins schon kein Fan von diesen Fertig-Billig-Futter-Sorten), daher habe ich erst mal fleißig bei Deuguladen bestellt, wir testen uns noch durch das Hauptfutter und Ergänzungen. Frischfutter war für die 3 vorher auch absolutes Neuland, da testen wir uns auch so nach und nach durch. Einstreu hatte sie auch nur die Holzspäne, wie ich gelesen habe, sind die allerdings nicht so gut für die Degus, da es ein sehr großer Sack war, den sie mir mitgegeben hat und ich den jetzt nicht wegschmeißen wollte, war ich jetzt mal so frei und hab das reduziert und mit Leinen-Einstreu gemischt. Allerdings besonders buddelfreudig sind meine jetzt nicht, obwohl ich auf ca. 20 cm eingestreut habe. Das Leinen fanden sie erst mal recht interessant, da wurde neugierig durchgewandert und ein kleiner Geschmackstest durchgeführt. Ich hatte noch Basilikum und Petersilie reingestellt (ohne den Topf) der wurde auch fleißig benagt und die Erde hinterher untergebuddelt.

Ursprünglich hatte ich eigentlich geplant ein Gehege zu bauen, mit 4 Etagen jede Etage mit eigenen Türen, (bei dem jetzigen habe ich nur 2 Türen bei 3 Etagen und die hüpfen einem gerne mal schnell auf die Schulter oder auf den Kopf, wahlweise wird auch mein Hund nicht verschont und dient da als Überbrückung in die untere Etage, wenn er da gerade so daneben steht, da kennen die Degu nix :lol: Keine Sorge, mein Hund hat keinerlei Jagttrieb und ist mit meinen Kaninchen groß geworden, der war schon als Welpe immer mit im Außengehege.
Das ist allerdings auch nicht das Thema um wieder zurück zu kommen, in dem jetzigen Gehege kann man auch nur in der letzten Etage fett einstreuen, in den anderen ist kein Schutz, sodass eh alles raus fällt, in dem neuen Gehege hatte ich mir eh überlegt, mir da entsprechend einen Schutz einzubauen und ursprünglich war mein Plan, in die letzte Etage eine Schublade einzubauen, die kann man dann entsprechend zum reinigen heraus ziehen.

Jetzt bin ich durch Zufall hier im Forum über ein Außengehege gestoßen und das fand ich richtig cool, alleine von der Inneneinrichtung, war ich so mega begeistert, dass ich mich gefragt habe, ob es möglich wäre, dass ganze nach Innen zu verlagern? Das würde auch gleichzeitig heißen, die Schublade würde weg fallen und die 4 Etagen würde ich dann durch die Heckenpflanze anders zurecht schneiden. Mag vielleicht auch eine total Schwachsinnig die Idee, aber wäre es möglich, dass man sich das Innenleben natürlicher aufbaut? Da sie Carpinus und Betula Blätter fressen dürfen und man auch die Äste dazu anbieten darf, könnte man sich doch theoretisch auch gleich die Hainbuche als Heckenpflanze (in der entsprechenden Größe) kaufen. Die Heckenpflanzen ist war kompakter, aber schnittverträglich, sodass man sie sich entsprechend zurecht schneiden kann.

Ich hatte ursprünglich eh vorgehabt, mir einige Äste mit Verzweigung reinzusetzen, aber bisher entweder nur durchgehende Stämme gefunden oder nur so dünne Ästchen, die dann für die Vögel interessant sind, aber weniger als Klettermöglichkeit für einen Degu, ich kann auch schlecht in den Wald mit einer Säge wandern und mir die entsprechenden Größen rausnehmen, bei uns liegt da leider nur Kleinzeug herum, die finde ich jetzt nicht so toll um sie fürs Gehege zu verwenden (daher kam dann auch die Überlegung Richtung Heckenpflanze). Da die drei durch die Erde von den Futterpflanzen zum buddeln motiviert wurden, wäre es da nicht eine gute Idee, statt dem fetten Einstreu unten, direkt auf Erde zu gehen? Eventuell dann auch gleich mit unterschiedlichen Steingrößen zu mischen, wie es in ihrer Heimat auch ist, zumindest sieht der lehmig aus, ich schätze einfach mal, dass sind leichte Lehmböden, außer es weiß hier jemand besser bescheid (ich muss mich da selbst noch mal einarbeiten, dass sind hier bisher nur so Überlegungen gewesen). Da die sich in Freiheit gerne Hügel und Gänge bauen, wäre Erde auch besser als das Einstreu. Eventuell könnte man dann auch gleich schon bissel vorarbeiten, dass man denen so Keramikröhren direkt reinpackt und die Erde drum herum. Ein weiterer Vorteil wäre zudem, dass man auch direkt ein paar weitere Futterpflanzen einsetzen könnte. Ich hab übrigens auch in einem Forum gelesen (ich meine es war nicht hier), dass man auch Mulch benutzen könnte, allerdings stellt sich mir da die Frage, wie die Degus mit der darin enthaltenen Gerbsäure klar kommen, abgesehen von dem Geruch. Mulch wäre da eher was für draußen, aber interessieren würde es mich halt schon.
Man könnte auch nur einen Teil Erde nehmen und ansonsten das Leinen-Einstreu verwenden oder den vielleicht darüber einstreuen? Ich bin mir da aber mega unsicher, was machbar ist und was nicht. Ich fände, es schon klasse, wenn man sich die natürliche Umgebung für die Degus (so gut wie es möglich ist) ins Haus holen könnte. Ich hab den unterschied zwischen Einstreu und Erde, damals extrem bei beinen Kaninchen erlebt, die vorher bie groß gebuddelt haben und im Außengehege, richtige Gänge und holen angelegt haben, die hatten da so viel Spaß dran. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei den Degus ähnlich ist. Zumal ich bereits Degu-Gehege gesehen habe, wo man Erde (sieht zumindest nach Erde aus) benutzt hat. Nur leider stand nichts weiter dabei, welche Erde es war und wie oft man die wechseln muss oder ob die noch mit anderen Dingen gemischt gewesen ist.
Eine weitere Frage hatte ich zudem auch noch, wie schaut es mit Licht im Gehege aus? Das würde ich auch gerne noch anbringen, gerade jetzt in dieser Jahreszeit, wo es schnell dunkel wird bzw. erst gar nicht richtig hell. Da streiten sich ein wenig die Geister, was die UV-Lampen angeht, wie ich gelesen habe, daher würde mich da eher ganz normales Licht, LED interessieren.
Wenn sich das mit den Pflanzen umsetzen läßt, wäre eine Pflanzenlampe sicherlich nicht vergeht. Kann ich ansonsten auch so LED-Röhren verwenden und wenn ja welche, die natürliches Licht abgibt oder doch lieber eine aus dem Terrarien-/Aquabereich? Das die gesichert werden muss, ist mir natürlich klar. Soll dann in jede Etage eine Lichtquelle rein? Ich hab gesehen, dass auch welche von außen Licht befestigt haben, aber da würde ich mir zu viele Gedanken machen, dass die vielleicht doch mal irgendwie dran kommen und es durchnagen. Es gibt auch so Lichtleisten, wäre das auch eine alternative?

Das neue Gehege muss nicht von heute auf morgen gebaut werden, aber ich würde gerne wissen in welche Richtung ich gehen soll. So als Anfänger, möchte man natürlich auch nichts falsch machen und den Tieren schaden. Daher lasse ich mir für die Planung auch Zeit und möchte alles in Ruhe überdenken. ach so, ich hab bei vielen die UVP Platten gesehen, von denen wurde mir beim Baumarkt abgeraten, weil die Degus gerne Nagen und stattdessen, Pinienholz empfohlen, dass zudem auch günstiger ist. Welches Holz habt ihr benutzt? Oder könnt ihr empfehlen?
Abgeraten wurde mir auch von unbehandeltem Sperrholz, da wäre wohl ein Stoff drin, der für Tiere schädlich sein soll und ausdünstet (ich bau gerade noch ein Gehege für meine Schwägerin für ihre Schildis, da sollte das Holz nicht so teuer sein).

Ich würde mich sehr über eure Meinung, Vorschläge und Hinweise freuen. Vorab, vielen Dank, dass ihr den langen Text gelesen habt.

Liebe Grüße Dini

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*Nessa*
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Re: Natürliches Gehege für Drinnen, machbar?

Beitrag von *Nessa* » 10. Jan 2020, 17:22

Hallo Dini,

also um ehrlich zu sein habe ich nicht so richtig verstanden, wie du dir das Gehege vorstellst :oops: Könntest du vielleicht das Außengehege verlinken, das du gesehen hast und evtl. auch eine Skizze machen? Was meinst du mit der Heckenpflanze? Möchtest du die in das Gehege einpflanzen oder habe ich dich da falsch verstanden.

Ein Bodengehege ist natürlich gut geeignet für Degus, wenn man einige Dinge beim Bau und der Einrichtung beachtet. Man braucht eben den Platz, daran scheitert es, denke ich, bei den meisten Deguhaltern. Über mehrere Etagen lässt sich die Lauffläche platzsparender umsetzen *seufz*

Was mich etwas verwirrt ist deine Info, dass Holzspäne nicht geeignet sind für Degus. Ich gehe mal von "üblicher" Kleintierstreu aus... die ist unbedenklich und kann gut für Degus benutzt werden. Ich habe im Käfig und in meiner Buddeletage etwas grobflockigere Einstreu für Allergiker-Pferde, das staubt kaum und ist durch die etwas größeren Flocken in angedrücktem Zustand auch grabfähig.

Ich habe auch schon gesehen, dass manche Deguhalter Erde oder etwas ähnliches anbieten. Ich bin da etwas kritisch, weil das meistens feucht gehalten werden muss und dann zum Einen nicht so gesund für die Degus ist und zum anderen zu Schimmel neigt. Kann natürlich sein, dass es da irgendwas gibt, dass diese Nachteile nicht mitbringt - dann kenne ich es nicht.

Beim Material bin ich ein großer Freund von beschichteten Spanplatten. Die sind durch die Beschichtung aus Melamin schon urinsicher und können ganz einfach abgewischt werden. Das darf natürlich nicht angenagt werden, aber durch gute Planung kann man schon unnötige Kanten und Nageansätze vermeiden und mit Aluprofilen oder Lochblech lassen sich die Kanten gut gegen Deguzähne schützen. In den Fugen nimmt man Aquariensilikon, das verhindert ein Eindringen von Feuchtigkeit in die Ritzen.

Rohholz ist für den Käfigbau eher ungeeignet. Auch wenn man es mehrfach mit Spielzeuglack lackiert wird es nicht dauerhaft gegen Urin geschützt und wird leider nach einiger Zeit unschön und müffelt. Für Einrichtung wiederum oder kleinere, flexible Etagen ist unbehandeltes (evtl. lackiertes) Holz gut geeignet. Das darf dann auch angeknabbert werden.

Licht habe ich gar keins im Käfig. Ich persönlich brauche und möchte das nicht, von daher kann ich dazu wenig sagen. Meine Degus stehen aber in Fensternähe und je nach Tages- und Jahreszeit fällt auch immer mal etwas Sonne in den Käfig. Das mögen sie sehr gerne.

Liebe Grüße
Nessa

LeihaSky
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Re: Natürliches Gehege für Drinnen, machbar?

Beitrag von LeihaSky » 11. Jan 2020, 05:26

Guten Morgen, danke für deine Antwort. Ich werde heute Abend mal das Gehege im Außenbereich raussuchen, ich meine ich hab das hier irgendwo gesehen. Ich hab viel gesehen, auf so vielen Seite, ich muss mich da noch mal durchforsten.
In dem Außengehege waren halt auch einige Pflanzen für die Degus drin, dass fand ich schon sehr klasse und das sah aus, als wenn noch ein Strauch oder sowas in der Art mit im Gehege wäre. An sowas in der Art hatte ich halt auch gedacht, nur das ich natürlich nicht so in die Breite gehen kann und natürlich auch keinen Baum ins Gehege setzen kann, daher auch meine Idee mit der Heckenpflanze. Meine überlegung war noch, dass man sich da wegen der Feuchtigkeit mit Teichfolie und draht ein wenig behelfen könnte, sodass zum eines das Holz nicht feucht werden kann, zum anderen das draht um den Ballen bzw. für die Wurzel als Nageschutz. Wenn man nicht nur Erde nimmt, sondern die dann mit Sand + Kies mischen würde, wäre der Boden zudem leichter, sodass die Feuchtigkeit schneller nach unten ginge, aber man müsste ja eh nur den Bereich wo die Pflanze entsprechend ist mal Gießen, ich hau da mal ein paar Freunde aus dem GalaBau an, eventuell könnte man die Hecke mit Schläuchen versehen, dass das Wasser entsprechend nur dort hin kommt, also sprich über den Schlauch zur Pflanze. Das kenne ich, bei Stadtbäumen, die werde entsprechend oft so eingepflanzt, damit sie punktuell gegossen werden können. Da gibt es spezielle Aufsätze, damit keine Mäuse oder Ratten in den Schlau kommen können, würde ich jetzt bei den Degus dann genauso machen. Ich muss mal schauen, ob es dafür auch so kleinere Schläuche gibt, sonst müsste man sich da was zurecht basteln. Ich denke durch richtige Luftzufuhr und leichten Boden so wie entsprechend wenig Wasser (Hainbuche mag eh keine Staunässe) sollte das theoretisch möglich sein. Ich werde das mal aufzeichnen, bisher hatte ich nur eine Zeichnung von der alten Fassung des Geheges, dass ich zuerst bauen wollte.

Wegen des Einstreu ich hatte gelesen, man sollte auf Holzeinstreu verzichten durch den Staub und das wäre wohl nicht so gut für die kleinen Degunasen, dass hatte mir auch eine Bekannte erzählt die ebenfalls Degus hat und mir damit Linum das Leinen-Einstreu empfohlen, das allerdings sehr fein ist. Ich hab noch ei Einstreu von Hugro gesehen, also so Hanfstreu, welches ein wenig grober ist. Nachdem Einstreu für Pferde müsste ich mich mal bei uns hier in der Gegend erkundigen ob es zu bekommen ist. Ist aber ein toller Tipp, danke.

Das Gehege der Degus steht zwar neben dem Fenster, aber so wirklich hell ist es trotzdem nicht, gerade nicht zu dieser Jahreszeit, momentan steht eine Stehlampe daneben, die habe ich immer an, wenn ich zu Hause bin. Im dem aktuellen Gehege gibt es leider keine Lichtquelle, sodass die untere Etage recht Dunkel für mein Empfinden ist. Das könnte auch der Grund sein, dass die vielleicht aus dem Grund die Etage nicht so nutzen bzw. buddeln oder es liegt tatsächlich an dem Einstreu, ich hab gestern noch ein wenig Stroh mit untergegrabben, vielleicht hilft das auch für die Stabilität ein wenig, keine Ahnung, war erst mal nur ein Test. Oder ich hab da ein wenig komische Degus erwischt, die jetzt nicht so buddelfreudig sind, bisher nagen die auch nix an, außer ihr Laufrad.

Ich such nachdem Gehege und zeichne das heute abend mal auf, allerdings weiß ich noch nicht, wann ich heute wieder zu hause sein werde, ich muss mich jetzt leider auch beeilen, sonst komm ich zu spät ;)
Vielen Dank Nessa.

Liebe Grüße Dini

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Jenny101
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Re: Natürliches Gehege für Drinnen, machbar?

Beitrag von Jenny101 » 11. Jan 2020, 12:42

*Nessa* hat geschrieben:
10. Jan 2020, 17:22
Was mich etwas verwirrt ist deine Info, dass Holzspäne nicht geeignet sind für Degus. Ich gehe mal von "üblicher" Kleintierstreu aus... die ist unbedenklich und kann gut für Degus benutzt werden. Ich habe im Käfig und in meiner Buddeletage etwas grobflockigere Einstreu für Allergiker-Pferde, das staubt kaum und ist durch die etwas größeren Flocken in angedrücktem Zustand auch grabfähig.
Hallo,
ich kann von Weichholzstreu / holzbasiertem Kleintierstreu aus eigener Erfahrung und inzwischen auch relativ vielen Fällen in den Facebookgruppen auch nur abraten. Das Allergenpotential für Atemwege und durchaus auch die Haut ist relativ hoch.
Mein Degu Karlchen hatte relativ zeitnah als ich von Eurolin nach den schönen Ideen in dem Tiefstreubuddeletagen-Artikel hier auf das empfohlene Pferde-Einstreu Allspan umstellte begonnen häufig zu niesen. Ein TA- Besuch ergab leicht gerötete Schleimhäute im Rachen - jedoch keine sonstigen Infektzeichen. Nachdem eine erste homöopathische und immunstärkende Behandlung nichts brachte, stellte ich wieder auf Leinstroh um. Das Niesen verschwand innerhalb von knapp 2 Wochen und kam (bei durchgehender Abwesenheit von Holzeinstreu) nie wieder.
Seitdem habe ich mich immer wieder dazu eingelesen und auch andere Halter dahingehend beraten. Und mische deshalb auch grobe Holzeinstreu höchstens unter, wenn ich einen Sack mit einem neuen Tier geschenkt bekomme.
Denn selbst wenn keine Symptome auftreten, kennt man die Sensibilität seiner Tiere hier nicht - und auch nicht, inwieweit eine stets latent vorhandene Belastung/Reizung von Lungen und Nasenschleimhäuten hier die Anfälligkeit für Infekte und Lungenentzündungen fördern. Und deren - bei Degus sowieso oft kritischen - Verlauf dann auch ungünstig beeinflussen.
Gerade Weichholzspäne können zu Haut- oder Atemwegsproblemen führen, da sie häufiger aus schnell nachwachsendem Nadelholz hergestellt werden und diese ätherische Öle enthalten. Staubige Einstreu kann die Atemwege stark reizen, stellen Sie auf staubarme Sorten um. Gut vertragen werden meist Lein-, Hanf- und ..............
. Quelle: http://www.diebrain.de/nh-allergie.html

Ich vermute auch, dass ein Teil der von manchen Haltern berichteten "nackte-Füsschen-Porblematiken" nicht verhaltensinduziert sind - sondern leichte Kontaktdermatitiden durch das trotz Trocknung ja auch riechbare verbliebene Kolophonium und Terpentin im Streu sind. (Zusammenhang auch beim Menschen (wobei der seltener so intensiv den Kontakt zu dem Holz ausgesetzt ist wie die Tiere, die unausweichlich darin leben: https://www.springermedizin.de/allergis ... in/8024488 Allgemein - aber auch Mensch, der eben selten so intensiv dem ganzen ausgesetzt ist, wie die Kleintiere in ihren oft noch sehr geschlossenen Terrarien/Käfigen: http://www.alles-zur-allergologie.de/Al ... rgene.html)

Zwar werben fast alle dieser Einstreuarten - auch im Pferdebereich - damit, dass sie entstaubt seien. Aber im Vergleich zu Leinstroh (was sich in größeren Mengen sehr kostengünstig als Eurolin oder Ecoflax beschaffen lässt) ist es immer noch staubig.

Zwar hat Holzeinstreu sehr positive Geruchs- und Feuchtigkeitsbindung, kann Gänge zT wohl ganz gut halten und ist kostengünstig - aber Eurolin hat hier ebenso gute Eigenschaften und da wo wirklich mal etwas mehr Stabilität gefragt ist, kann man das m E dennoch erreichen durch Schichtung von Eurolin mit Heu, Stroh, Baumwolleinstreu, Klopapier und dem beim Degu sowieso eher angesagten (und in dem Artikel von Nessa wunderbar beschriebenen) "Vorbauen" erreichen.
Relativ viele Halter wenden sich deshalb nach einer Anfangsphase vom Holzeinstreu ab bzw das Eurolin punktet eben auch bei vielen aus unterschiedlichen Gründen im Langzeitttest. viewtopic.php?f=61&t=5200&p=63404&hilit=eurolin#p63255

LG Sabine
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Re: Natürliches Gehege für Drinnen, machbar?

Beitrag von Jenny101 » 11. Jan 2020, 12:57

PS.: Dini, das hier ist der oben erwähnte Artikel von Nessa zur Tierfstreubuddeletage und falls Du ihn noch nicht gefunden hast, dann dürfte Dir der bei Planung eines artgerechten Etagenkäfigs sehr helfen. viewtopic.php?f=64&t=3088&p=41843&hilit ... %2A#p35840 .
Das mit der feuchten Erde und den Pflanzen etc würde ich aufgrund der Gefahr von Schimmelbildung und dem in meinen Augen für die Tiere relativ geringen wirklichen Zusatznutzens für ihre Betätigungsmöglichkeiten im Vergleich zu einem Etagenkäfig mit tiefer Buddeletage, abwechslungsreiher aber auch fallsicherer Käfiggestaltung (da hätte ich etwas Sorge bei Deinem angedachten Baum mit Zweigen - degus sind Lauftiere und stürezen durchaus häufiger ernsthaft ab, wenn man sie mit Falltiefen hält)
und einer regelmäßigen Fütterung von Wiese
und vor allem auch Versorgung mit tollen frischen Knabberzweigen (dabei ruhig auch dickere Stämmchen zum Draufsitzen als häufiger erneurte Einrichtung!) sein lassen.
Große Mangrovenwurzeln und andere lassen sich vielleicht noch sehr dekorativ und auch gut für Tunneleingänge etc anstatt eines Baumes nutzen? :-) Und reletiv pflegeleicht muss das ganze eben auch noch sein.
Aber vielleicht sehe ich das einfach zu pragmatisch, bzw kann es mir wie Nessa höchstens in einem großen (und tiefen) Bodengehege vorstellen .... und so lese ich weiter gespannt mit! :-)


Zur Beleuchtung würde ich auch auf große Lüftungsfenster und Tageslicht setzen. Ich bin kein Freund der direkten vitrinenartigen Ausleuchtung der Käfige. Wenn der Halter das möchte, dann nur mit genug Etagen, die einen Rückzug erlauben (Begründung hier:viewtopic.php?f=58&t=5260&p=64097&hilit ... lle#p64097 ) .
Dagegen ist m E ein Sonnenersatz bei reiner Innenhaltung (am einfachsten ganz oben auf dem Deckenlüftungsgitter) für die Tiere eine wunderschöne Sache und ich möchte das nicht mehr missen. https://meerschweinchenwiese.de/haltung ... chweinchen LG Sabine
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Re: Natürliches Gehege für Drinnen, machbar?

Beitrag von LeihaSky » 12. Jan 2020, 12:57

Guten Morgen,

da es gestern doch recht spät geworden und ist und ich entsprechend platt war, war ich gar nicht mehr vor dem PC.
Danke, für die neuen Einträge, durch die Seiten werde ich mich gleich mal durch lesen.

Die Problematik mit dem Holzeinstreu kann ich im übrigen auch für uns Menschen nur bestätigen, da musste ich früher schon oft mein Asthmaspray einsetzen um wieder Luft zu bekommen. Daher ist mir persönlich auch der Unterschied direkt aufgefallen beim Leinen, in den 2 "normalen" Etagen wo der Einstreu dünner ist, habe ich nämlich nur das Leinen benutzt und brauchte kein Spray und meine Nase ist nicht zugegangen. Daher werde ich auch bei Leinen bleiben, zu Hanf kann ich noch nichts sagen, die Packung ist da noch verschlossen. Da von dem Holzeinstreu der Vorbesitzerin nicht mehr soooo viel übrig ist, werde ich den Rest noch aufbrauchen (weiterhin mit dem Leinen vermischen), werde es aber nicht mehr kaufen. Bei meinen 3en hat sich bisher auch kein Niesen oder ähnliches gezeigt, aber man muss es nicht extra heraufbeschwören, wenn es bessere alternativen gibt.

Den besagten Bericht von Nessa zur Tiefstreubuddeletage ist mir bereits über den Weg gelaufen, ähnlich sieht es bei mir nämlich auch aus.
Bisher hatte ich allerdings keine Wurzel drin, da ich mir Sorgen gemacht habe, wenn sie die freilegen, das diese umkippen könnte und die kleinen darunter begraben werden. Zumindest haben unsere Zoohandlungen hier nur so komische, die lassen sich auch nicht richtig stellen und übers Internet mag ich die nicht bestellen, ich möchte da schon gerne sehen, was ich kaufe.
Im Netz sind mir da leider auch schon sehr traurigen Storys über den Weg gelaufen. Da war wohl auch mal jemand der ein kleines Aquarium mit Sand in die Buddeletage gepackt hat und die Degus haben sich drunter durchgewühlt und sind vom Aquarium erdrückt worden. Daher steht das Aquarium bei mir auch direkt auf dem Boden, ohne Einstreu drunter und auch sonst bin ich da sehr vorsichtig. In der Buddeletage steht zwar ein Haus und auch weidenbrücken und ein dickerer Ast, die sind aber entsprechend gesichert, sprich direkt auf den Boden gestellt oder wie beim Ast, entsprechend durch die Wände abgesichert, indem ich die dort direkt dran geschraubt habe.

Wegen dem Licht, ich hab mich da bissel blöde ausgedrückt, ich hatte nicht vor, dass es bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet werden soll, aber ich hätte gerne schon mehr Licht drin, als es in dem jetzigen Gehege. Die obere Etage, in der sie sich auch bevorzugt aufhalten, ist hell, da finde ich das mit dem Licht auch ausreichend, in der zweiten Etage, ist es dunkler, aber da sie dort schlafen, finde ich das auch in Ordnung, in der letzten Etage sind sie so gut wie gar nicht unterwegs, die liegt aber auch sehr dunkel, zumal die Front vorne zu Hälfte mit Holz geschlossen ist (damit man entsprechend einstreuen kann). das gefällt mir persönlich so gar nicht. Das könnte eventuell auch der Grund sein, dass sie dort nicht groß hinwandern, aber da könnte ich auch komplett falsch liegen.
Ich finde es schade, wenn sie den Platz des Geheges nicht so ausnutzen, weil es zu dunkel oder das Einstreu nicht so ist, wie sie es brauchen. Daher kam auch diese Überlegung mit dem Licht und der Erde/Strauch und ich hab da jetzt an meine Kaninchen gedacht, wie das bei denen gewesen ist. Drinnen haben die halt nie groß gebuddelt (ok, natürlich ist das Einstreu auch nicht so hoch gewesen wie bei den Degus, Buddelkisten fanden sie auch nicht sonderlich interessant, aber als sie dann draußen auf dem Boden waren, sind die mega abgegangen mit ihren Gängen und Höhlen, richtig aufgeblüht sind sie und man hat denen so angemerkt wie viel Spaß sie daran hatten. Daran hab ich natürlich auch gedacht, und ganz ehrlich, wenn man zufriedene glückliche Tiere hat, das ist doch das schönste Geschenk.
Ja, ich weiß, Kaninchen sind keine Degus, aber die einzige Erfahrung auf die ich zugreifen kann, aus dem Grund hab ich mich hier auch angemeldet um durch eure Erfahrung zu lernen und das ein oder andere mitzunehmen.
Für das neue Gehege, möchte ich halt alles "richtig" machen, sonst müsste man noch x mal neu bauen, weil man was nicht bedacht oder vergessen hat. Das würde ich auch gerne vermeiden.

So nebenbei erwähnt, wegen dem Fallschutz, ich hatte auch mit dem Strauch nicht vorgehabt, den bis unten komplett offen zu lassen,sondern schon entsprechende Etagen einzurichten, aber halt schon so, dass der Hauptstamm der Pflanze durch passt, die Äste dort wollte ich wegschneiden.
Meine halten sich da auch sehr zurück, was das schreddern angeht, auf die Idee mit der Hecke, wäre ich allerdings auch nie bei meinen Kaninchen gekommen, die haben im Garten selbst meinen kleinen Baum platt gemacht, der bei denen im Gehege stand. Wie sich da die Degus verhalten, keinen Plan, mir ist halt nur aufgefallen, dass Watson und Sherlock da sehr flink sind und gerne über die beiden dickeren Äste im Gehege wandern und klettern. Moriarty ist jetzt nicht so der Kletterer, der nutz allerdings gerne die Korkröhren mit ihren Öffnungen und huscht dort gerne von einem zum anderen Versteck, gerne auch mal drüber, aber auf dem Ast habe ich den bisher noch nicht gesehen. Daher müsste ich eh etwas mit Etagen machen, ob jetzt komplettes Brett oder so wie bei der Youtuberin Degu-Paradies so halbe Etagen. Da fällt mir ein, jetzt weiß ich auch wieder wo ich das mit der Erde gesehen hatte, dass war auch so eine Youtuberin, Victorias Animals, aber ob die Degus tatsächlich immer eine andere Etage mit anderem Einstreu brauchen, sei mal dahingestellt, ich finde es persönlich zu übertrieben. Die Erde-Etage fand ich recht interessant und die Idee mit der Grasschale hatte es mir angetan. Ich habe es mit Nagergras versucht, aber das fanden meine so richtig langweilig, daher auch schon wieder entfernt.

Sich zu entscheiden ist sowas von schwierig, wenn man die vielen Interessanten und auch sehr schönen Gehege sieht, die so gebaut wurden, da kann ich nur sagen Hut ab.

So, jetzt werde ich mir erst mal die Seiten durchlesen, die du mir reingesetzt hattest, vielen Dank. Dann klärt sich vielleicht auch schon die ein oder andere Frage.

LG Dini

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