Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Fragen und Antworten zum Thema Degu-Verhalten.
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lieselottevdp
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Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von lieselottevdp »

Hallo,
wir mussten gestern unseren Felix einschläfern lassen *weinwink* . Er war zusammen mit seinen drei Söhnen Flocke, Flausch und Flummy von Anbeginn zusammen, es gab keine "Zu- und Abgänge" in der Zeit. Die Gruppe war sehr stabil, ab und zu mal Reiberreien, die aber Felix in seiner ruhigen Art immer geschlichtet hat. So, jetzt ist Felix weg. Gestern ging es eigentlich noch im Käfig, außer dass Flocke und Flummy sich anfangen zu käbbeln, sie beißen sich aber (noch?) nicht, sie fauchen und betreiben Verfolgungsjagden durch den Käfig, aber quasi nur einmal von unten nach oben oder von oben nach unten, dann ist erst mal "Pause". Sie schlagen nach wie vor - wie auch jetzt aktuell - zusammen unten in der Buddeletage im Labyrinth oder unter der Weidenbrücke, das kann ich nicht genau sehen, aber es sind defintiv alle da unten.

Probleme scheine ich mit Flausch zu bekommen. Er war das absolute Papasöhnchen. Heute morgen beim "Frühstück" habe ich ihn noch gesehen, später so gut wie nicht mehr. Ich wollte ihn jetzt aber auch noch nicht in der Buddeletage suchen gehen, sondern noch bis morgen früh abwarten.

Wie lange kann so was gehen, bis sich Flausch wieder bekrabbelt? Gewicht kontrolliere ich 1x die Woche, könnte ich auch ohne Probleme "erhöhen", aber sonst wüsste ich nicht, was ich noch tun kann. Ich kann ihm, so gerne wie ich es selbst hätte, seinen Daddy nicht wiederbringen :( .

LG
Steffi
lieselottevdp

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DaLo
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von DaLo »

Hallo Steffi,

das ist sehr individuell.
Den meisten Degus merkt man gar nichts an und man gewinnt den Eindruck, dass es ihnen egal ist, dass ein Partnertier verstorben ist.
Ich hatte aber auch schon den Fall, dass ein Degu, der seinen Partner verlor, einige Stunden nach dessenTod einen Teil vom "Bettzeug" aus dem gemeinsamen Nest räumte, es zum Heizstein brachte, sich dort hinlegte und sich über fast zwei Tage kaum von dort weg bewegte und leise vor sich hinwimmerte. Das war herzzerreißend. Dabei hatten die beiden - obgleich schon alte Opas - immer wieder Auseinandersetzungen. Aber scheinbar schweißten diese vielen gemeinsamen Jahre, in denen auch viel gestritten wurde, irgendwie besonders zusammen.
Ich würde Flausch mindestens zwei, ggf. auch drei Tage geben. Wenn er dann immer noch in seiner Lethargie hängt, würde ich versuchen, ihm gezielt Ablenkung zu verschaffen, indem Du ihn z.B. in den Freilauf lässt. Die anderen Beiden würde ich nicht dazu nehmen, wenn sie momentan (vermutlich wegen einer neuen Rangfolge) etwas Streit haben. Aber warte mal ab. Ich bin fast sicher, dass sich das Verhalten von Flausch bald wieder ändert.

LG Dagmar
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lieselottevdp
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von lieselottevdp »

Hallo Dagmar,
danke für Deine Erfahrungen!
Flauschi war heute zum "Frühstück" wieder da, aber alle drei sind komplett schreckhaft, irgendwie kommen die mir vor wie "durch den Wind". Geräusche, wie die Kaffemahlmaschine, die ihnen monatelang nichts ausgemacht haben, sind für sie derzeit ein absoluter Horror. Wenn wir oben mal vom Homeoffice in die Küche runterkommen, flippen die fast aus, erschrecken sich, fiepen wie verrückt und laufen in die Buddeletage. Ich habe mit allem gerechnet, aber nicht mit so was, man lernt definitiv nicht aus. Offensichtlich hat ihnen Felix auch eine ganze Portion "Sicherheit" mitgegeben, die sie jetzt erst "wieder" lernen müssen. Das ist mal ausnahmeseiweise ein Vorteil, wenn wir beide zu Hause arbeiten, wir können sie "gaaannnz langsam" wieder daran gewöhnen. Schauen wir mal wie es sich entwickelt. Die Streitereien zwischen Flocke und Flummy scheinen auch ein bisschen weniger zu werden, wobei so richtig hart angegangen sind sie sich bisher nicht ... auf jeden Fall schon mal Danke für die infos!!!

LG
Steffi
lieselottevdp

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DaLo
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von DaLo »

Total spannend.
Danke für den Bericht.
Es ist wirklich immer wieder erstaunlich und beeindruckend, wie sehr die Tiere doch auf Veränderungen und Verluste reagieren. Das wird leider so oft unterschätzt, wie eng die Bande wirklich sind und wie vielfältig auch die Gefühlswelt dieser kleinen Kobolde ist.

Dann drücke ich die Daumen, dass die drei sich bald mit der neuen Situation arrangieren und wieder zu Ruhe und Sicherheit finden.

LG Dagmar
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lieselottevdp
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von lieselottevdp »

Hallo Dagmar,
es ist in der Tat spannend gewesen und ab heute wurde es noch spannender: am Freitag ist Flausch aus seiner "Lethargie-Trauer" erwacht und mischte plötzlich in den Revierkämpfchen mit und damit drehte sich das ganze Spiel noch mal und wurde leider heftiger. Die einzigen, die sich nicht behaken sind Flummy und Flausch. Flocke kämpft quasi gegen beide, wobei Flausch nicht wirklich ein Gegner ist, der ordnet sich auch unter (zumindest bis jetzt). Bisher waren es nur Verfolgungsjagden, die sich relativ schnell gegeben haben, abends kuschelte man ruhig irgendwo in der Buddeletage. Heute morgen bot sich leider ein ganz anderes Bild - ich hatte es nachts schon gehört. Flocke treibt Flummy nur noch vor sich her. Ich habe dann, um erst mal Entlastung zu schaffen, die Käfigtür aufgemacht, so dass ihnen Küche und Essecke zum rennen zur Verfügung stehen. Ich habe Degus noch nie so schnell rennen sehen wie die beiden. Wahnsinn. Lautes Gequicke, hochspringen, Seitenattaken usw. Ich habe mir das eine Zeitlang angesehen und Flummy wurde immer gehetzter. Jetzt muss ich dazu sagen, dass alle nicht "handzahm" sind, d.h. sie nehmen sich zwar Leckerlies aus der Hand, wollen aber nicht "geknuddelt" werden, woltle wir eigentlich nie, wobei wir im nachhinein sagen, wäre vielleicht nicht schlecht, wenn sie mehr an die Hand gewöhnt wären, würde das Krallenschneiden etc. erleichtern. Nichtsdestotrotz irgendwann flüchtete sich FLummy in meine geöffnete Hand , lies sich ganz normal hochheben und pumpte wie ein Maikäfer. Wenn er sich dann erholt hat, habe ich ihn wieder runtergelassen. Es dauerte keine 10 Minuten, kam er freiwillig wieder zu mir gerannt und lies sich hochnehmen.
Da wir jetzt gleich noch zu einem Geburtstag müssen, haben wir kurzerhand getrennt. In der Darwinvoliere Flummy und Flausch oben und Flocke alleine unten. Das war das, was wir auf die Schnelle hinbekommen haben. Ich würde jetzt morgen versuchen, sie erst mal gemeinsam wieder rauszulassen, um zu sehen was passiert, ob sie sich "bekrabbeln" oder ob es wieder losgeht. Da wir am Mittwoch für 3 Tage wegfahren müssen (meine Mami wird 86, auch das kann ich nicht absagen), werden wir unsere 2. abgebaute Darwinvoliere wohl aufstellen müssen und Flocke nebenan setzen müssen. Alleine nur darum, dass wir beruhigt fahren können. Oder kann sich sowas wieder schneller einrenken?

Ich habe ja geahnt, dass es Kämpfchen gibt, wenn Felix als Schlichter nicht mehr da ist, aber das so kommt ...

Wie du schon sagst, spannend. Eine Gruppe, die 5 Jahre total stabil ist, bricht mit einem Todesfall völlig auseinander.
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Mandarine
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von Mandarine »

Ohje das kostet Nerven *tröster* .

Wenn es möglich ist, würde ich 2+2 trennen, damit niemand alleine ist. Das macht aber nur Sinn wenn beide Duos stabil sind.

Ich drücke die Daumen, dass sie sich bald wieder lieb haben.
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Viele Grüße
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von DaLo »

lieselottevdp hat geschrieben:
19. Jan 2020, 14:20
Eine Gruppe, die 5 Jahre total stabil ist, bricht mit einem Todesfall völlig auseinander.
Wenn die Gruppe fünf Jahre lang stabil lebte, dann würde ich das Ganze tatsächlich relativ entspannt sehen und tendenziell keine Trennungen vornehmen. Nach einer so langen Zeit bringen die sich nicht gleich um. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass die Jungs noch deutlich jünger sind.
Mandarine hat geschrieben:
19. Jan 2020, 16:00
Wenn es möglich ist, würde ich 2+2 trennen,
Wenn ich nicht hier auch noch irgendwas übersehen habe, dann sind die doch nur zu Dritt seit dem Tod des Papas.

LG Dagmar
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von Mandarine »

Oh ja wer genau liest ist im Vorteil :roll:.
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Viele Grüße
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lieselottevdp
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von lieselottevdp »

Ja, sie sind jetzt wirklich nur noch zu dritt, ich hätte gerne 2x2 getrennt :-(
Mein Problem war jetzt einfach, dass ich vorhin nur 30Minuten Zeit hatte zu entscheiden, was ich mache. Ich glaube auch nicht, dass sie sich jetzt gegenseitig umbringen, nur der kleine Flummy war so in Nöte (wenn er sich schon zu mir in die Hand flüchtet, wo er überhaupt nicht handzahm ist), wollte ich ihm jetzt erst mal mit Flausch ein paar Stunden "Pause" gönnen. Deshalb habe ich einfach die Voliere halbiert, was 2 Minuten waren und musste nur eine Wasserflasche umhängen. Ich werde morgen früh auf jeden Fall alle wieder gemeinsam rauslassen und sehen was passiert. Da wir im Homeoffice sind und die nächsten 3 Tage kaum Außendiensttermine haben, können wir sie gut beobachten. Wir werden auch morgen vorsichtshalber die 2. DarvwinVoliere aufbauen und daneben stellen, ob wir sie dann brauchen wird sich zeigen. Unser Problem ist der Mittwoch abend (22.01), wenn wir wegfahren, ich kann es einfach nicht verschieben und muss sicher gehen, dass sie sich vertragen. Wenn ich mir da nicht sicher bin, dann muss ich sie getrennt lassen und fange dann am Sonntag mitunter mit einer Vergesellschaftung von vorne an. Ich hätte sonst keine Ruhe, wenn ich nicht weiß, was zu Hause passiert.

Die Gruppe war superstabil. Aber wie schon geschrieben: Felix war der Streitschlichter, der ruhende Pool, der Kuschler, er war einfach immer für die Jungs da, und der ist weg ...

Aktuell liegen Flummy und Flausch oben im einem Tippi, Flocke turnt unten noch rum ...
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Re: Trauern Degus und wenn ja wie lange?

Beitrag von lieselottevdp »

Heute morgen ist es jetzt eskaliert. Als wir alle wieder zusammen rausgelassen haben, hat Flocke Flummy derart in die Nase/Lippe gebissen, dass ich mit ihm zum Tierarzt musste. Jetzt laufen aktuell Flocke und Flausch rum und Flummy sitzt im Quarntänekäfig dazwischen. Mit Flocke wildes Zähneklappern, mit Flausch zwitschern, was mach ich denn jetzt bloß? Flummy braucht in jedem Falle erst mal Ruhe, er hat durch die ganzen Kämpfchen/Trauer noch mal 20g abgenommen und liegt jetzt bei 230g. Er war immer der Leichteste, unterstes Gewicht im Jahresverlauf lag bisher bei 240g. Mit der noch blutenden Schnauze/Nase/Lippe sollte er auch erst mal nicht ins Streu, bis die tiefe Wunde zu ist. Nähen wollte sie nicht. Es war leider auch nicht unsere gewohnte TA, die hat Urlaub :-(

LG
Steffi
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