rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

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Heide
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rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von Heide » 3. Jan 2018, 13:14

Hallo an alle Degu-Freunde,

ich war heute das 2. Mal beim TA in der TK in Villingen, um das rechte Auge von Degu Perry kontrollieren zu lassen.
Wir haben 3 nicht kastrierte männliche Degus - Perry, Speedy und Legoslas - die sich seit 3 Jahren insgesamt gut verstehen.
Nach Weihnachten stellten wir fest, dass Perry sein rechtes Auge nicht mehr richtig öffnete und unter dem Auge sah man einen Kratzer, aber kein Blut.

Am 29.12.2017 gingen wir mit Perry dann das 1. Mal zum TA in die TK.
Diagnose: Schwere Hornhautverletzung am rechten Auge - der Kratzer auf dem Auge ist sehr lang - es besteht die Gefahr, dass Perry sein Auge verliert.
Behandlung: Augensalbe >>Oxytetracyclin<< 3-4 mal täglich direkt ins Auge schmieren.
Zu zweit haben wir Perry täglich das Auge gesalbt und hatten die Hoffnung, dass es besser geworden ist, weil er es immerhin oft so halb dreiviertel aufmachen konnte.

TA-Besuch heute am 03.01.2018:
Die TA meinte aber, der Heilungsprozess sei noch wirklich gut voran geschritten, es hätte schon mehr passieren müssen. Das Auge hat offensichtlich noch nicht diese Heil-dich-selbst-Anregung genügend erhalten.
Die TA verordnete uns deshalb heute ein Augengel >>Corneregel<<, welches abwechselnd mit der Augensalbe geschmiert werden soll.

Wir hoffen, dass nun die Initialzündung erfolgt und das Auge kapiert, was zu tun ist.
Mein nächster TA-Termin ist am 08.01.2018 - evtl könnte das Auge zugenäht werden - aber Degu-Augen sind klein und die TA meinte, es hilft vllt auch gar nicht wirklich - um es zu retten.

Hat jemand von euch Erfahrungen mit solch starken Hornhautverletzungen auf einem Degu-Auge?
Über Rückmeldungen freue ich mich.
Viele Grüße aus Villingen-Schwenningen.
Heide

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esmeralda
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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von esmeralda » 3. Jan 2018, 14:05

Hallo Heide,

und ein herzliches Willkommen *winkend* hier im Forum, auch wenn der Grund dafür leider sehr unschön ist. :(

Wie oft am Tag schafft ihr es, dass das Auge von Perry von euch behandelt bzw. mit entsprechenden Medikamenten versehen wird?
Hat der heutige TA-Besuch etwas über das noch vorhandene Ausmaß der Hornhautverletzung ergeben?
Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann handelt es zumindest bei einem der beiden Medikamente (Oxytetracyclin) um eine Augensalbe, während es Corneregel sowohl als Augengel, als auch als Augentropfen gibt. Wie gut bekommt ihr diese Medikamente in das Auge hinein? Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass Augentropfen besser zu verabreichen sind.
Bekommt Perry zusätzlich noch ein Schmerzmittel, denn erfahrungsgemäß sind diese Verletzungen an der Hornhaut sehr schmerzhaft.

Du fragst nach Erfahrungen mit ähnlich starken Hornhautverletzungen: Nun unser Flip hat bei seinen Vorbesitzern im Rahmen einer direkten Zusammenführung bei Boxkämpfen und sonstigen Auseinandersetzungen unglücklicherweise Bestandteile von Blüten, Blättern u. Kräuter ins Augenlid bekommen, die dazu geführt haben, dass durch die regelmäßige Reibung dieser Bestandteile zwischen Hornhaut und Augenlid etliche und z.T. tiefe Läsuren auf der Hornhaut entstanden.
Beim umgehend erfolgten TA-Besuch wurden erst einmal nur einige Futterbestandteile entdeckt und natürlich sofort entfernt. Es gab dann antibiotische Augentropfen (ich glaube, es handelte sich dabei um Floxal ) und ein Schmerzmittel. Außerdem wurde noch etwas verabreicht, was das Auge vor dem Austrocknen bewahrte, weil Flip es nicht mehr ganz geschlossen bekam. Um welches Präparat es sich dabei handelte, müsste ich bei Interesse noch erfragen.
Die Halter haben sich bemüht, so oft wie möglich, aber mindestens 4 bis 5 täglich (und zudem in der Nacht) Augentropfen zu geben.

Nachdem sich die Linse sehr schnell eintrübte und die Halterin der Meinung war, dass immer noch irgendetwas nicht mit dem Auge stimmte, wurde erneut intensiv untersucht und dabei brachte die behandelnde TÄ noch ein etwa fingernagelgroßes (kleiner Finger) Stück Blattwerk zutage, was natürlich weiterhin heftig auf der Hornhaut gescheuert hatte. Zu diesem Zeitpunkt hat Flip mit Sicherheit auf dem betroffenen Auge nicht mehr viel sehen können.
Durch den weiteren, intensiven Behandlungsrhytmus der Halter konnte aber dann eine vollständige Heilung der Hornhaut erreicht werden. Andernfalls hätte sogar zur Diskussion gestanden, das Auge zu entfernen.

Heute sieht man nichts mehr an dem Auge, allerdings bin ich der Meinung, dass Flips Sehvermögen nicht mehr hundertprozentig ist. Aber die Minderung dürfte deutlich unter 10 % liegen.

Für Perry drücke ich die Daumen, dass seine Hornhautverletzung auch wieder vollständig ausheilt und nichts davon nachbleibt. *knuddel*
Liebe Grüße

Monika

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Mandarine
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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von Mandarine » 3. Jan 2018, 18:44

Hallo,

wir hatten für eine Hornhautverletzung schon mal Refobacin Augerntropfen bekommen. Ich habe die 5x am Tag gegeben. Die erste Kontrolluntersuchung erfolgte erst nach 2 Wochen.
Viele Grüße
Mandarine

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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von DaLo » 3. Jan 2018, 18:53

Hallo,

ich kenne es so, dass man Augensalbe möglichst 3-4x täglich, die Augentropfen aber 5-6x täglich geben soll (wie auch immer man das zeitlich hinbekommt).
Salbe hat den Vorteil, dass sie länger auf dem Auge haftet und damit die antibiotische Abdeckung besser ist. Vom Händling her aber finde ich Tropfen auch um einiges angenehmer, aber man muss häufiger behandeln.
Bei starken Augenverletzungen ist ganz konsequentes Behandeln das A und O und Geduld gefragt.

LG Dagmar
Tiere sind meine Freunde und meine Freunde ess´ ich nicht. George Bernard Shaw

Heide
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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von Heide » 3. Jan 2018, 23:02

Guten Abend
und vielen Dank für die hilfreichen Antworten.
Die TA hat durch Anfärben die Schwere der Hornhautverletzung sehen können, im Auge selbst sind keinerlei Fremdkörper.
Ein Schmerzmittel hat die TA uns nicht mitgegeben, was mich doch etwas wundert. Perry verhält sich allerdings nicht so viel anders, wenn überhaupt.

Grundsätzlich finde ich es schwieriger, das Augengel >>Corneregel<< ins kleine Degu-Auge zu bekommen. Die Salbe geht gefühlt einfacher.
Nichtsdestotrotz probieren wir es so lange, bis wir denken, jetzt haben wir eine gut Portion ins Auge geschafft.
Ich werde morgen noch mal Augentropfen besorgen.

Heute haben wir insgesamt 6mal gesalbt oder Gel verabreicht.
Nach euren Berichten und auch der TA zufolge ist die Häufigkeit sehr wichtig. Wir werden es weiterhin beherzigen.

Viele Grüße aus Villingen.
Heide

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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von *Nessa* » 4. Jan 2018, 00:59

Hallo,

ich habe hier einen kleinen einäugigen Pirat.
Bei einem Streit Ende 2016 (da war das Herbsteln etwas ärger als sonst) hat Jiko eine blöde Verletzung am Auge davongetragen. Der Streit war eigentlich halb so wild, es muss also echt ein blöder Zufall gewesen sein. Ich habe es erst am nächsten Tag erkannt, denn das Auge sah ansich unbeschadet aus, erst mit der Zeit konnte man erkennen, dass es nicht ganz in Ordnung war. Laut Tierarzt hätte es aber auch keinen Unterschied gemacht, hätte ich es früher erkannt.

Der Tierarzt hat gleich gesagt, dass die Chance auf Heilung sehr gering ist (ca. 10 - 15 %), mit einem Versuch, das Auge zu behandeln haben wir es aber auch nicht schlimmer gemacht. Daher habe ich ein paar Tage so oft es ging zwei Augensalben im Wechsel gegeben. Eine war was mit Antibiotika was wohl die Heilung fördern sollte, die andere sollte das Auge vor dem Austrocknen schützen. Sie Salben waren, besonders eine, recht zäh. Indem ich sie vorher ein paar Minuten in der Hand angewärmt hatte ließen sie sich besser auftragen.

Leider hat sich unsere Befürchtung bestätigt und das Auge war zu sehr beschädigt. Bei einer OP wurde dann das Auge entfernt und die Wunde/Augenhöhle vernäht. Die OP verlief laut Tierärztin sehr unproblematisch und Jiko hat sich auch davor und danach völlig normal verhalten und keine Anzeichen für Schmerzen oder sonstige Probleme gezeigt. Er hat auch gar kein Problem mit seiner eingeschränkten Sicht. Optisch sieht es einfach so aus, als hätte einer vergessen, da ein Auge draufzusetzen.

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Liebe Grüße und gute Besserung!
Nessa

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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von Heide » 4. Jan 2018, 11:01

Hallo Nessa,

danke für die Infos und die Fotos von deinen Degus. *sonne*
Dein einäugiger Degu Jiko sieht munter aus, d.h. ein Degu kann auch prima mit einem Auge leben.
Das ist gut zu wissen und beruhigt mich, bin heute Nach nämlich aufgewacht und habe dauernd über Perry nachgedacht und wie ich ihm wohl noch helfen könnte.
Anbei zwei Fotos von Perrys verletztem Auge.

Viele Grüße
Heide
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2017-12-29_Degu Perry.jpeg
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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von DaLo » 4. Jan 2018, 11:19

Heide hat geschrieben:
4. Jan 2018, 11:01
Dein einäugiger Degu Jiko sieht munter aus, d.h. ein Degu kann auch prima mit einem Auge leben.
Das ist gut zu wissen und beruhigt mich, bin heute Nach nämlich aufgewacht und habe dauernd über Perry nachgedacht und wie ich ihm wohl noch helfen könnte.
Hallo Heide,

da kann auch ich Dich beruhigen. Es klingt zwar wirklich total gruselig, wenn ein Auge entfernt werden muss, aber in der Tat ist das keine arg komplizierte OP und Degus kommen sehr gut mit einem Auge zurecht. Woran Du keinesfalls denken musst, ist ein evtl. Einschläfern, wenn das Auge nicht besser wir. Das ist in einem solchen Fall überhaupt keine in Erwägung zu ziehende Option.
Natürlich versucht man alles, das Auge zu erhalten. Wenn es hier aber keine Besserung gibt, ist der nächste Schritt, den Entzündungsherd zu entfernen. Das ist zwar erst mal wirklich nicht schön anzuschauen, wenn das Auge frisch entfernt und die Augenhöhle vernäht wurde. Oft ist anfangs alles noch etwas geschwollen und gerötet und man sieht es wegen dem fehlenden Fell besonders gut, aber das verwächst sich. Und wenn Du siehst, wie der Degu nach kurzer Zeit völlig unbeeindruckt weiterlebt, dann staunen wir Menschen mal wieder und können uns eine Scheibe von den kleinen Kampfzwergen abschneiden.

Liebe Grüße
Dagmar
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Re: rechtes Auge, Hornhaut stark verletzt

Beitrag von Heide » 5. Jan 2018, 08:30

Hallo Dagmar,

danke auch für deine ermunternde Antwort - und an Einschläfern denke ich definitiv nicht.
Nach euren Erfahrungen denke ich, dass man doch das Auge auch erst als letzte Alternative entfernen kann, falls eine Salben-Behandlung noch irgendwie hoffen lässt. Wir salben 6mal täglich.
Meinen TA-Termin habe ich auf den 11.01.18 verschoben, um dem Auge noch etwas mehr Zeit zu geben.

Viele Grüße
Heide

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