Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

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SaScha
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Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von SaScha » 8. Dez 2017, 22:57

Hallo zusammen,
mein Jonny (Linsentrübung, im April mit seinem Bruder in sehr schlechtem Allgemeinzustand übernommen - damals innerhalb weniger Wochen wunderbar entwickelt, geschätztes Alter knapp 2 Jahre) ist seit unserem VG-Versuch am Sonntag in einem sehr traurigen Zustand.
Die VG kippte plötzlich und musste auf einmal recht schnell abgebrochen werden, da er ohne Verletzungen oder Sturz nach 4 Stunden die durchaus mit Pausen verlaufen waren völlig abbaute. Am Montag war er völlig müde, aufgeplustert und bewegte sich meist schleichend und matt. Frisst, trinkt, hat kein Gewicht verloren (bekommt aber 2x am Tag einen wässrigen Nussmix). Zustand schon besser als Montag- aber weit entfernt von dem hyperaktiven kleinen Haudegen, den wir bis Sonntag hatten.
Es gibt nichts, was seinen Zustand sonst erklärt: so gut wie keine äußerlichen Wunden (mini+fast zu) und er ist nicht im Gefecht "geflogen" .... das haben die andern abbekommen).
Da er auch vermehrt pinkelt, fürchte ich schon, dass sein Stoffwechsel entgleist ist und das mit dem Insulin nicht mehr gut klappt.
Mein TA kann hier nichts machen - und nach allem was ich gelesen habe, möchte ich auch keine Experimente mit InsulinSpritzen.
Würde ihn aber gerne unterstützen, damit sich alles möglichst wieder einpendelt.

Morgen kommen endlich Urinteststäbchen und Korvimin (ist vieles drin was für den Menschen hier empfohlen wird und scheint mir ein guter Versuch zu sein).

Ich habe einiges an unterstützenden Mitteln zusammengestellt und meine Frage ist jetzt, ob jemand von Euch bereits mit etwas davon Erfahrungen hat? (Und welche und unter welchen begleitenden Umständen).
Ich liste es hier einfach mal auf (falls keiner etwas weiß - vielleicht hilft es sonst einem späteren Suchenden auch als Recherchestart):

1.) Nahrungsmittel, die den Blutzucker senken bzw ihn nicht (viel) ansteigen lassen (und dadurch dann eben „anstatt-von“ gegessen werden sollen. ZB Topinambur-Leckerli statt Karottenchips.:
• Topinambur (Kohlenhydrat Inulin – wirkt sich kaum auf den Blutzucker aus)
• Nüsse (Kalorien aber Blutzucker steigt nicht so an)
• Hülsenfrüchte (Erdnüsse, Erbsenflocken (Blutzucker steigt nicht so. Hoher Ballaststoffanteil)
• Zimt (nur winzige Prise wg Cumarin!)
• Hintonia latiflora (! Tee aus der Rinde – gibt Untersuchungen. Ist in Sucontral drin)

2.) Orthomolekulare Medizin (https://www.thieme.de/de/naturheilverfa ... llitus.htm)
Bestimmte Vitamine und Mineralstoffe helfen, die Blutzuckereinstellung (in Grenzen) zu verbessern oder wirken vorbeugend gegen die typischen Schäden des Diabetes (1) (Mengen für MENSCH) … Die Idee führte erstmal zu =Korvimin:
• Verbesserung der Blutzuckereinstellung: Zink 20-40 mg, Chrom 100-200 µg, Vit- E 400 IE, Magnesium 300-600 mg, Vit. B-Komplex
• Vorbeugung und Behandlung diabetischer Nervenschädigungen: Vit. B1, B6, B 12, Niacin, Lezithin, Alpha-Liponsäure
• Vorbeugung diabetischer Netzhautschäden: Zink 10-40 mg, Selen 50 µg, Magnesium 300-600 mg, Vit. A, C, E
• Diabetische Wundheilungsstörung: Zink 20-40 mg, Vit C. 2 x 500 mg

3.) Mittel/Phytotherapeutika:
• Poterium Spinosum („Dornige Bibernelle“) gibt's in Tropfenform (leider mit 70% alkohol). http://www.degus-online.de/phpbb/viewto ... 42d51ce841

Hier (auch knapp allg. über unterstützende Phytotherapeutika bei rein diätetischer Stofwechselregulation) https://books.google.de/books?id=ZZJk-J ... in&f=false

• Sucontral (http://degu.re4.ch/ratgeber/pflege_diabetes.html - ungeeignet wg 70% Alkohol
Inhalt Tropfen (ungeeignet wg 70% Alkohol!!!) : Wasser, Alkohol, Teekonzentrat aus Hintonia latiflora (Copalchi) (5 %), Vitamin C, Zinkacetat- Dihydrat, Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6), Thiaminhydrochlorid (Vitamin B1), Chrom-(III)-chlorid, Biotin.
• Sucontral® D Kapseln Inhalt:
Zur diätetischen Behandlung von Störungen des Glucose-Stoffwechsels (Diabetes Typ 2,Prä-Diabetes)
Zutaten:
Cellulose, Gelatine (vom Rind, enthält Eiweiß), Teetrockenkonzentrat aus Hintonia latiflora
(Copalchi) (45 %), Vitamin C, Wasser, Zinkacetat-Dihydrat, D-alpha-Tocopherylacetat, Maisstärke, Trennmittel Magnesiumsalze der Speisefettsäuren, Überzugsmittel Polyglycerinester von Speisefettsäuren, Siliciumdioxid, Farbstoff Titandioxid, Mannit, Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6), Riboflavin-5-Phosphat (Vitamin B2), Chrom-(III)-Chlorid, Thiaminhydrochlorid (Vitamin B1), Cyanocobalamin (Vitamin B12), Pteroylmonoglutaminsäure (Folsäure), Biotin.

4.) • Die Homöopathie beschäftigt sich ebenfalls mit der Behandlung von erhöhten Blutzuckerwerten. Hier werden Mittel wie zum Beispiel Acidum phosphoricum, Lycopodium und Syzygium jambolanum eingesetzt.

5.) Eine Methode, die immer bekannter wird und zur Regulierung des Spiegels beitragen kann, ist die Mykotherapie. Hier wird mit verschiedenen sogenannten „Heilpilzen“ behandelt. Um den Blutzucker zu senken, kommen die Vitalpilze Agaricus, Coprinus und Maitake zum Einsatz. (???? Eher nicht für Degus)

Vielen Dank für's Lesen...

PS.: Ich füttere sowieso alle 6 sehr streng/karg - Gemüse nur von hand und als Leckerli, viel Wiese, jetzt auch wieder die (ölsaatenlastigen) Saaten für die beiden reduziert. Hier kann ich nichts mehr "drehen".

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esmeralda
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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von esmeralda » 9. Dez 2017, 10:45

Hallo Sabine,

hoffentlich bessert sich der Zustand von Jonny schnell, damit er bald wieder der, wie von dir beschriebene, alte Haudegen ist.

Mit Degus, die an einer Diabetes erkrankt sind, habe ich bisher keinerlei Erfahrungen, daher kann ich dir zu den eigentlichen Fragen deines Postings leider keine Tipps oder Empfehlungen geben. Allgemein gebe ich Degus, die etwas durchhängen, gerne etwas mehr Mariendistel (als Kraut, aber auch als Saat), weil ihr folgende Wirkungen zugeordnet werden: (Auszug aus https://www.juvalis.de/heilpflanzenlexi ... iendistel/)
"Den Inhaltsstoffen der Mariendistel werden im Zusammenspiel eine adstringierende, anregende, entgiftende, harntreibende, krampflösende, leberstärkende und tonisierende Wirkung zugeschrieben."
Ggf. wäre dies auch etwas, was du noch verfüttern könntest.

Ansonsten ist natürlich festzuhalten, dass eine Vergesellschaftung immer enormen Stress und zwar sowohl physischer, als auch psychischer Art für alle Beteiligten bedeutet. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass bspw. augenscheinlich gesunde Degus, die keine für uns Halter sichtbaren Symptome einer Erkrankung zeigen, bei denen aber etwas (und dies vllt. auch nur in abgeschwächter Form) im Hintergrund verläuft, sich dies durch den Vergesellschaftungsstress deutlich verschlechtern kann. So etwas könnte auch bei Jonny der Fall sein, zumal er durch die Diabetes vermutlich eher anfälliger sein bzw. ein schwächeres Immunssytem haben könnte.
Außerdem ist oftmals zu beobachten, dass Degus im Zuge einer Vergesellschaftung zwischen 10 und 30 Gramm von einem Tag zum anderen abnehmen. Ein derartiger Gewichtsverlust könnte bei einem Diabetiker ebenfalls etliches durcheinander bringen.

Bzgl. der psychischen Komponente im Rahmen einer direkten Zusammenführung ist noch zu ergänzen, dass bspw. ein Rangverlust u./o. auch nur die Aussicht, einen bestimmten Rang zu verlieren, dazu führen können, dass der betroffene Degu in einen Zustand verfällt, die mit einer Depression vergleichbar ist. Dies habe ich bei den vielfach durchgeführten Vergesellschaftungen schon mehrere Male und dies z.T. sogar sehr heftig erlebt. Im schlimmsten Fall kann dies sogar dazu führen, dass die Futteraufnahme (zumindest zeitweise) eingestellt wird oder gar der Lebenswille verloren geht.

Alles Gute für den kleinen Wusel!
Liebe Grüße

Monika

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von DaLo » 9. Dez 2017, 12:01

Hallo Sabine,

ich habe mit dem von Dir beschriebenen Problem auch keine wesentlichen Erfahrungen aufzuweisen.

Bezüglich der Urinteststäbchen nur ein Hinweis: Die dort erzielten Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen. Bezüglich Glucose kann man wohl nur sagen, dass bei einem negativen Ergebnis auch tatsächlich kein erhöhter Blutzuckerspiegel vorhanden ist. Zeigt das Teststäbchen einen zu hohen Spiegel an, sagt das noch nicht zwingend etwas über vorhandene Diabetes aus. Es kann auch ein kurzfristig erhöhter Blutzuckerwert in Folge von Stress vorhanden sein, aber kein grundlegend zu hoher Blutzuckerspiegel.
Zum Blutzuckersenken wird auch Bockshornklee verwendet. Ich wäre allerdings vorsichtig mit blutzuckersenkenden Mitteln. Am Ende ist der Blutzuckerspiegel gar nicht tatsächlich zu hoch und wird bewusst nach unten getrieben. Das ist alles andere als gut.

Was mich irritiert, dass Jonny normal frisst und trinkt und sein Gewicht hält, aber in einem desolaten Zustand ist. Das finde ich ungewöhnlich.
Wie ist denn die Stimmung am Trenngitter?
Ich könnte mir noch folgendes vorstellen, was in die Richtung von Monikas Ausführungen geht: Jonny ist mit dem Ergebnis des Vergesellschaftungsversuchs extrem "unzufrieden". Was auch immer er bei dem Versuch erfahren hat, hat ihn ggf. aus dem Gleichgewicht gebracht. Vielleicht ist ihm klar geworden, dass er den Chefposten aufgeben muss oder er hat eine starke Ablehnung gegen den neuen Mitbewohner. Ich habe auch schon einen Degu erlebt, der nach einer erfolgreichen Vergesellschaftung, bei der er den Chefposten räumen musste, beschlossen hatte, lieber zu sterben. Allerdings hat das Mädchen damals die Nahrungsaufnahme eingestellt, sie war binnen eines Tages komplett eingefallen, das Fell aufgesträubt und sie konnte nicht mehr richtig laufen, sondern kippte nur noch durch die Gegend. Das Ganze obgleich es überhaupt keine Kämpfe mehr gab und alle augenscheinlich gut miteinander klar kamen. Es gibt sogar ein 5er-Kuschelfoto von damals. Ich habe mir das Ganze genau 1,5 Tage angeschaut und war fast sicher, sie wird sterben (sie hatte im übrigen keine einzige Verletzung). Aus einem Bauchgefühl heraus habe ich das neue Tier wieder aus der Gruppe entfernt und komplett aus dem Sichtradius der Gruppe genommen. Zwei Tage später war mein Mädchen wieder ganz die Alte. Versucht habe ich es mit dieser Konstallation nicht mehr.
Vielleicht magst Du auch mal eine vollständige Trennung der beiden Parteien vornehmen und schauen, ob das bei Jonny etwas bewirkt, wenn er nicht mehr mit dem anderen Degu konfrontiert wird.

Liebe Grüße
Dagmar
Tiere sind meine Freunde und meine Freunde ess´ ich nicht. George Bernard Shaw

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von Mandarine » 9. Dez 2017, 16:35

Hallo,
esmeralde hat geschrieben:Bzgl. der psychischen Komponente im Rahmen einer direkten Zusammenführung ist noch zu ergänzen, dass bspw. ein Rangverlust u./o. auch nur die Aussicht, einen bestimmten Rang zu verlieren, dazu führen können, dass der betroffene Degu in einen Zustand verfällt, die mit einer Depression vergleichbar ist.
Etwas ähnliches musste ich nach Rangkämpfen einmal erleben. Die unterlegene Dame hatte keine äußerlichen Verletzungen, war aber völlig fertig und stand meiner Meinung nach unter "Schock".

Zum Thema Diabetis kann ich dir leider nichts sagen.

Anstatt alkoholische Extrakte, könntest du die Heilpflanzen auch gemahlen als Brei anrühren und verfüttern.

Die Daumen für Jonny sind gedrückt.
Viele Grüße
Mandarine

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von SaScha » 10. Dez 2017, 02:29

Vielen Dank jedem von Euch für Eure schnellen, herzlichen und durchdachten Rückmeldungen *heart* (nett wenn man mal nicht so Streu von Weizen trennen muss, lach....)
Ich habe Jonny heute Abend noch mal gewogen (vor allem, da ich ihn heute kaum draußen gesehen hatte und er heute Morgen seine Extra-Nuss-Flüssigkeitsration nicht nehmen wollte... was natürlich bedrückend ist. Auf der anderen Seite konnte ich auch nur immer kurzzeitig nach ihm schauen.).
Er hat tatsächlich nicht wirklich Gewicht verloren. Wie das sein kann verstehe ich nicht, denn ich kenne das auch als den sehr typischen Verlauf bei allen Kleintieren (und auch von den Berichten anderer Halter inden Gruppen): dass es rasch abwärts geht wenn einer so puschelig da sitzt.
Natürlich bekommt er gerade großzügig Extrarationen (sein Kumpel wohl irgendwie auch - der hat lässig 20 g zugelegt in den letzten Tagen :roll: ) aber dennoch wundere ich mich. Soweit ich weiß nehmen Überzuckerpatienten ab .... und wie ihr beschreibt ein Tier dass depressiv ist /sich aufgibt natürlich auch.
Der letzte Fall wäre mir auch weit lieber! Wenn auch trotzdem erschreckend, was für Auswirkungen soziale Spannugen oder eine soziale Herabstufung bei "so kleinen Tieren" haben kann. Gibt es hierzu Studien .... vermutlich nicht oder? Man findet so dermaßen wenig wenn man andere Infos sucht. Und wenn sieht man oft fix, dass einer vom anderen abgeschrieben hat.

Jedenfalls habe ich die Trenngitterfenster nach Euern Berichten heute Abend erstmal dicht gemacht. Wobei die Stimmung wirklich unverändert friedlich war. Jimmy, der sich recht einsam fühlt, hing immer lange vor den Fenstern und horchte/guckte nach drüben (er bemühte sich auch gleich um den Abbau meiner provisorischen Abdeckungen).
Korvimin auch gegeben. Urintests nicht geschafft denn ich wollte ihn jetzt nicht mit großen Aktionen plagen ... wenn mman ihn anschaut, dann sagt da alles "will-meine-Ruhe-haben" (wäre ja auch nur eine Tendenz).

Keine Sorge Dagmar - ich weiß dass sowohl Unter- wie Überzucker nicht nur extrem unangenehm sondern auch gefährlich sind (deshalb der kritische Blick auf die Versuche einiger TÄ hier zu spritzen). Aber der Hinweis ist natürlich wichtig. Die Sachen die ich hier zusammengetragen habe sind aber zumeist wirklich keine Wirk-Hämmer, sondern kleine Überlegungen wie man hier (bei ganz normalem Angebot von Trockenpflanzen, Heu, Frifu und Saaten) einer möglichen Überzuckersituation versuchsweiseund sanft entgegentreten könnte. Und natürlich nie mit der ganzen Batterie. Wollte sie nur strukturiert vor Augen haben.

Esmeralda, danke fü den Tipp - Mariendistel hatte ich bisher nicht auf dem Zettel. Finde ich immer sehr interessant und versuche es mir zu merken. Habe ganz gute Erfahrungen damit, sowohl bei den Kindern als auch Tieren ebenfalls viel durch Pflanzen/Frisches oder eben pflanzliche Mittel zu begleiten. Wegen dem "harntreibend" würde ich hier eher abwarten denn falls es in Richtung Überzucker geht, ist der Flüssigkeitsverlust ein wichtiges Thema
Aber ich versuche ihnen diese Woche trotz Kälte (autsch) doch auch wirklich wieder täglich ein vielseitiges grünes Gemisch zusammenzusuchen. Du bist hier vermutlich gut versorgt mit Infos - falls nicht (oder wenn Du jemand kennst, der eher einfach mal anfangen will mit Sammeln und Pflanzeninfos): Alena Balint hat diesen Frühjahr mit der facebookgruppe "Alenas Frischfutter für Degus" gut unterstützt von anderen einen wirklich tollen Anlauf genommen, viele Degubesitzer zum Sammeln zu bewegen. Und das ganze in den Dateien auch in einer Riesenarbeit sehr sorgsam zusammengetragen (eben auch mit den bewiesenen und den überlieferten Wirkungen der Pflanze .... und Hinweisen auf ihre Besonderheiten der Verfütterbarkeit). Leider ist sie aus privaten Gründen derzeit nirgendwo aktiv, so dass es sehr ruhig ist in der Gruppe. Aber in den Dateien kann jeder stöbern - unterscheiden sich schon von der normalen Fifugruppe. gerade am Anfang wenn man noch unsicher ist.
Zurück zur Mariendistel: sammelst Du sie selber? Oder kaufst Du sie?

Wenn er die nächsten Tage (hoffentlich) wieder lebendiger wird, weiß ich zwar nicht genau wroan es lag .... werde aber das Abschotten von den anderen erstmal beibehalten (und die Korviminkur auch noch - aber nicht zu lange). Andernfalls werde ich schon eines der pflanzlichen Mittel vorsichtig probieren (und nur das geben) und beobacheten.

Liebe Grüße
Sabine

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von esmeralda » 10. Dez 2017, 12:12

Hallo Sabine,
SabineSchaub hat geschrieben:
10. Dez 2017, 02:29
… (nett wenn man mal nicht so Streu von Weizen trennen muss, lach....)
dem ist nichts mehr hinzuzufügen. ;) Auch habe ich dazu bereits etwas an anderer Stelle geschrieben.
SabineSchaub hat geschrieben:
10. Dez 2017, 02:29
… Esmeralda, danke fü den Tipp - Mariendistel hatte ich bisher nicht auf dem Zettel….
Zurück zur Mariendistel: sammelst Du sie selber? Oder kaufst Du sie?...
Im Frühjahr/Sommer werden sie mitgenommen, wenn wir bei unseren kleinen oder größeren Wanderungen auf sie stoßen. Ansonsten ist es mit Sammeln dieser Pflanze in der Stadt schwierig. Andere (Un-)kräuter findet man teilweise in Hülle und Fülle (auch bspw. im eigenen Garten), aber bei Mariendistel wird es schwierig. Also muss ich sie kaufen. Auch ist sie ständiger Bestandteil in meinen Eigenfuttermischungen und dies sowohl in Krautform, als auch als Saat.
DaLo hat geschrieben:
9. Dez 2017, 12:01
… Bezüglich der Urinteststäbchen nur ein Hinweis: Die dort erzielten Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen…
Dieser Hinweis von Dagmar wirft bei mir die Frage auf, wie sicher die Diagnose „Diabetes“ bei Jonny wirklich ist. Eine diesbezügliche Aussagekraft hat nach m.W. nur eine Blutuntersuchung. Alles andere ist eher unsicher. Ggf. hat Jonny überhaupt keine Diabetes, sondern seine Katarakte basieren auf einer anderen (Stoffwechsel-)erkrankung, die ggf. sogar ebenfalls im direkten Zusammenhang mit einer Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse steht, aber aufgrund der schwierigen Diagnostik bei Degus nicht als solche erkannt werden kann.
SabineSchaub hat geschrieben:
10. Dez 2017, 02:29
… Die bisher sehr pflegeleichte und durch die gesamte Flegelzeit völlig einige Vierergruppe mit den Geschwistern Flöckchen, Lucky, Schecki (*ca. März '16) und Karlchen (*Januar '16), die wir als 8 bzw 16-wochen alte Jungtiere nach langer Infozeit und Vorbereitung von privat übernommen haben. …
Und mein beiden Sorgenkinder - aber nicht minder geliebten - kleinen Fellnasen Jimmy und Jonny. Vermutlich ca. 2 Jahre alt….
Diese Detailinformationen stützen meine These, dass das auffällige Verhalten von Jonny nicht gesundheitlicher, sondern vielmehr „psycho-somatischer“ Natur ist, noch mehr.
Erst einmal birgt die Alterszusammensetzung der beiden Gruppen ein nicht unerhebliches Potential an heftigen Auseinandersetzungen. Auch wenn die jüngeren Tiere bereits aus der Pubertät heraus sein sollten, befinden sie sich mit etwas unter 2 Jahren immer noch in einem Alter, in dem sie sich zumindest fremden Tieren gegenüber beweisen müssen (halt junge, männliche Erwachsene.... ;) ).

Ich vermute mal, dass Jonny der Chef des Duos ist und sich mit dem Chef der 4-er Gruppe auseinandersetzen musste. Wenn man bedenkt, dass er mit eingeschränkter Wahrnehmung einem vollkommen sehenden, gleichstarken Männchen schon deswegen unterlegen ist, wird er vermutlich recht schnell erkannt haben, dass er seinen wahrscheinlich angestrebten Führungsanspruch in der Gesamtgruppe aufgeben muss. Je nachdem, wie er so „gestrickt“ ist, hat ihm diesen einen regelrechten Knacks gegeben.

Denn man sollte die Psyche dieser „kleinen“ Tiere i.d.T. nicht unterschätzen. Ich könnte seitenweise davon berichten, was ich in diesem Zusammenhang entweder selber erlebt habe oder was mir andere Deguhalter dazu erzählt haben.

Das Schlimmste, was mir dazu passiert ist, war im Oktober letzten Jahres (und so etwas möchte ich wahrlich nicht nochmals erleben).
Eines meiner Weibchen hat sich nach dem Tod ihrer letzten langjährigen und überaus geschätzten Partnerin dermaßen aufgegeben, dass es keinen Lebenswillen mehr hatte und das Fressen komplett eingestellt hat. Obwohl das Tier gesund war (es wurde zweimal ganz gründlichst untersucht!) musste ich es nur eine Woche nach dem Tod ihrer 9-jährigen Freundin ebenfalls einschläfern lassen. Und dies, obwohl bereits seit längerem ein neuer Partner am Trenngitter saß, dem das Mädel sehr freundlich zugewandt war.

Den ersten Knacks hatte dieses Weibchen bereits ein Jahr davor bekommen, als seine Schwester mit nur 3 ½ Jahren wegen eines Tumors im Maul ziemlich schnell und auch überraschend eingeschläfert werden musste. Es trauerte sehr, wurde aber von der zu diesem Zeitpunkt bereits 8-jährigen „Ziehmutter“ wieder aufgefangen. Nach deren Tod aber war nichts mehr zu machen. Die ersten 2-3 Tage nach deren Tod „hoffte“ mein übrig gebliebenes Mädel wohl, dass sie wiederkommen würde, aber als klar wurde, dass dies nicht der Fall ist, kam zu der klar ersichtlichen Trauer auch noch die Futterverweigerung. Es ist wirklich dramatisch, wenn ein Tier binnen nicht einmal 2 Tagen über 50 g abnimmt und man als Halter absolut machtlos, dagegen zu steuern. Als Halterin vieler Zahnpatienten habe ich wirklich alles versucht. Auch meine ich, in der Zwangsernährung erfahren zu sein. Aber das Mädel wäre mir vermutlich an dem Brei erstickt, da sie sich konsequent geweigert hat, die kleinen Portionen, die ich ihr ins Maul gespritzt habe, auch nur ansatzweise zu schlucken. Also musste ich einsehen, dass ich ihrem eingeschlagenen Weg nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Nachdem du nun einen Sichtschutz zwischen Jonny + Jimmy und den 4 anderen Jungs eingezogen hast, hoffe ich wirklich, dass Jonny ganz schnell wieder zu alter Form zurückfindet.
Liebe Grüße

Monika

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von SaScha » 11. Dez 2017, 14:49

Danke Dir!

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von esmeralda » 13. Dez 2017, 07:24

Hallo Sabine,

wie geht es Jonny inzwischen? Sollte sich sein Zustand nicht grundlegend gebessert oder sogar verschlechtert haben, würde ich auf jeden Fall noch einmal einen Tierarzt zu Rate ziehen bzw. mit Jonny aufsuchen. Ggf. ist es auch notwendig, ihm unterstützend bspw. eine Aufbauspritze oder etwas Stärkendes für das Immunsystem zu geben. Eine ausgewogene Ernährung und ggf. auch der Einsatz von Homoöpathie sind sicherlich schon gute "Unterstützer", aber wenn sich der gesundheitliche Zustand nicht sichtbar bessert, sollten man das betroffene Tier unbedingt nochmals gründlich untersuchen lassen.

Meine Daumen sind ganz fest gedrückt, dass er kleine Kämpfer bald wieder obenauf ist!
Liebe Grüße

Monika

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von SaScha » 14. Dez 2017, 13:39

Hallo Monika,

danke die Nachfrage. Habe seit gestern doch wieder Hoffnung!
Sicher gewonnen ist es noch nicht (deshalb sollte ich eigtl eher ruhig abwarten), aber erstmals gute Anzeichen :-) Er nimmt wieder Anteil, schaut aufmerksam und nicht so stumpf und bewegt sich schon besser.

Am Dienstag war ein absoluter Tiefpunkt, denn der Kleine hatte auf einmal doch massivst abgebaut obwohl ich ihn die ganzen Tage habe selber fressen und trinken habe sehen (schon wenig und ach so langsam und traurig) und ihm auch alles zugesteckt habe was ging. Aber an dem Tag wollte er nicht mal Nüsse und auch keinen Brei oder andere Sachen ... nichts ging.

Einfallene Flanken,
kam kleine Erhöhungen kaum mehr hoch und lief wie ein sehr sehr alter Mann der auf den Rollator angewiesen ist, sehr schwach. Obwohl er insgesamt nur 14 g seit VG-Start verloren hatte. (jetzt: 246g)
Terra entsprechend umgebaut (das bereits recht behindertengerecht eingerichtet ist) ... und verzweifelt überlegt, ob ich ihm den TA jetzt doch zumute ... und was das bringen würde (habe nur früher bei Vögeln bereits 2 Tiere die in einem weit besseren Zustand waren, durch solche hilflosen Kräftigungsmittelspritzen am gleichen Abend verloren .... da hätte ich die Tiere lieber in Frieden ohne die Tortur zuhause sterben lassen. Das heißt aber nicht,dass ich nicht zum TA gehe und für sehr viele Diagnosen und Behandlungen ist es unerlässlich, klar.... - gehe nur nicht mehr ganz so vertrauensvoll und schnell bei manchen Sachen.
Auch da ich auch bei jimmy und Jonny gleich zu Beginn gehörig für mein blindes Vertrauen bezahlt habe. Surolan für Wunden verschrieben und das legte die sowieso nicht gesunden Tiere innerhalb eines tages flach und die Wunden sahen schrecklich hellrot entzündet und vor allem größer aus.)

Was die Wende am Dienstag gebracht hat, weiß ich aber leider gar nicht!
Er fing abends an, gierig Wiese zu fressen, so das ich später im Dunkeln nochmal für ihn aus dem Garten zumindest Gras nachholte und ihm auf seine Wärmedose legte. Und Jonnylein mampfelte und mampfelte im Schneckentempo ... bis auch das verschwunden war. Und danach wurde erstmals auch der Päppelbrei akzeptiert und alle 2 Stunden Minischlabber für Minischlabber vom Löffel geleckt. (Sucontral war hier erstmal drauf - das kann also fast nicht den Umschwung gebracht haben)
Und so ging es gestern weiter und man sah ganz langsam, wie er etwas besser lief und anfing, sich zu interessieren. :-)

Aber er sieht immer noch nicht gut aus - viel leichter als er ist ... wir machen weiter.
Liebe Grüße
Sabine

P.S.: Deine Berichte oben klingen sehr traurig!
Zum Verzweilfeln, wenn sie einem so "durch die Finger rinnen" obwohl man sagen würde sie seien "eigentlich ja gesund" ! (hatte nur keine Zeit an dem tag - deshalb nur die kurze Antwort. Aber sehr interessiert gelesen)

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Re: Maßnahmen bei Diabetesproblemen (Richtung Überzuckerung)

Beitrag von esmeralda » 19. Dez 2017, 21:43

Hallo Sabine,

wie geht es Jonny denn nun? Nachdem vor einer Woche (lt. deiner Angabe) der absolute Tiefpunkt bei ihm vorgelegen hat und du dir wirklich sehr große Sorgen um ihn gemacht hast, schien sich sein Zustand zum Ende der Woche hin wieder etwas zu verbessern.

Ich hoffe wirklich, dass dieser Aufwärtstrend weiterhin vorhanden ist und der kleine Kerl, der ja noch wirklich noch jung ist und damit viele Projekte (z.B. Umgestaltung des Käfigs nach spezieller Deguvorstellung, ganz viele Kuscheleinheiten und natürlich die Futtergeberin immer gehörig um den Finger wickeln... :mrgreen: ) vor sich hat, diese in gewohnter Art erneut aufnehmen und natürlich auch entsprechend fortsetzen kann.

Ich habe eine langjährige Freundin, die ich ursprünglich darüber kennengelernt habe, weil sie von mir in Vergesellschaftungsdingen beraten und vor Ort tatkräftig unterstützt wurde und deren Degu tatsächlich in einer vorherigen Gruppenkonstellation regelmäßig "depressive" Phasen hatte. Dabei hat er dann auch für einige Zeit die Futteraufnahme so weit runtergefahren (und es lagen definitiv keine erkennbaren, gesundheitlichen Probleme vor - dies wurde immer wieder und teilweise sogar mit 2. Meinungen festgestellt) dass er richtig schwach wurde. Zum Glück konnte sie ihm Wasser zuführen, so dass er nicht ausgetrocknet ist. Außerdem hat sie in ihrer Verzweiflung damit begonnen, ihm Arnica (in Globuli-Form) zu geben, die er breitwillig gefressen hat.
Dies hat offensichtlich dann dazu geführt, dass er nach ein bis 2 Tagen aus seinem Tiefpunkt wieder herausfand und wieder mit dem Fressen bzw. mit der Interaktion mit seinem damaligen Partner begann. Inzwischen lebt er in einer anderen Konstellation, u.a., weil er damals einen anderen Partner zur Seite gestellt bekommen hat, der inzwischen gestorben ist.

Vor etwa 10 Wochen wurde ihm, etwa 8 1/2 bis 9-jährig, erfolgreich ein großer Tumor ausgehend von einer Schulter bis hin zum Kinn entfernt.
Wenn es diesem Degu schlecht ging bzw. geht, unterstützt meine Freundin ihn (zusätzlich zu evtl. anderen medizinischen Maßnahmen) seit der Erfahrung vor etlichen Jahren nun immer wieder mit Arnica, weil sie das Gefühl hat, dass ihm das hilft.
Ggf. wäre dies ja auch etwas, was man bei Jonny einsetzen könnte.

Weiterhin alles Gute für den kleinen Kämpfer!
Liebe Grüße

Monika

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